First-in-Patient-Unit

Kliniknahe Forschungsumgebung

Die First-in-Patient-Unit (FiPU) des LPI ist eine einzigartige, kliniknahe Forschungsumgebung und stellt das translationale Herzstück des LPI dar. Sie ist ein speziell konzipierter Bereich der Intensivstationen am Universitätsklinikum Jena (UKJ), der Patientenzimmer und Laboreinheiten räumlich verbindet und somit ermöglicht, innovative diagnostische und therapeutische Verfahren kontrolliert und patientennah zu erproben. 

Am LPI werden schnelle und zugängige Diagnostik, Monitoring und Therapieansätze für schwer behandelbare Infektionen etabliert. Für die Überführung von Forschungsergebnissen in die klinische Anwendung, und damit in die Patientenversorgung, müssen die Methoden und Geräte klinisch geprüft werden. Damit wird sichergestellt, dass die Anwendungen verlässliche, präzise Ergebnisse liefern und den beabsichtigten klinischen Nutzen für die Patienten erfüllen. Am Universitätsklinikum Jena werden auf der FiPU innovative photonische, diagnostische Technologien und therapeutische Behandlungsoptionen unter den hoch regulierten Bedingungen einer Intensivstation getestet, adaptiert und klinisch validiert. Die einzigartige Infrastruktur mit Patientenbetten neben den Laboren ermöglicht somit die direkte klinische Umsetzung neuer Forschungskonzepte und Methoden. Erste Pilotstudien direkt am Behandlungsort werden voraussichtlich bereits 2027 in der FiPU durchführbar sein.

Direkte Laboranbindung

Integrierte Laboreinheit zur sofortigen Probenverarbeitung und Technologieanpassung

Spezielle Patientenzimmer

Unmittelbar neben den Laboren lokalisiert für eine zeiteffiziente Behandlung

Klinische Expertise

Intensivmedizinische Ver-sorgung durch hoch-qualifizierte Teams mit großer Erfahrung in klinischen Studien

Höchste Sicherheit

Regulierte und sichere Umgebung für die klinischen Validierungen

 

Erweiterung der Standarddiagnostik

Auf der FiPU werden Forschung und Patientenversorgung verbunden – innovative Diagnostik und Behandlungsmethoden ergänzen dabei die Standardmedizin. Mit diesem Konzept ist die FiPU einzigartig in Deutschland. Durch einen frühzeitigen, präzisen Eingriff in den Infektionsverlauf kann ein vollständiger Infektionsausbruch verhindert werden. Schnellere Diagnosen und neue Therapiekonzepte sollen zu höherer Patientengesundheit und kürzeren Klinikaufenthalten verhelfen.

Photonische Technologien, wie zum Beispiel der RamanBioAssay™, bieten neue Möglichkeiten auf der FiPU. Der RamanBioAssay™ ist ein laserbasierter Schnelltest, der die Identifikation von Bakterien und deren Antibiotikaresistenten in nur drei Stunden ermöglicht. Die zügige Diagnostikmethode soll dem medizinischen Personal perspektivisch eine zeitnahe Anpassung der Behandlungsstrategie ermöglichen.

Neue diagnostische Technologien und zukünftige therapeutische Ansätze

Zukunftsweisende Technologieansätze – ab 2027 

Multimodale Spektroskopie
(z.B. Raman-Mikroskopie) zur schnellen Pathogenidentifikation

Faseroptische Sensorik zum Echtzeitmonitoring von Antibiotikaeffekten

Nicht-invasives Patientenmonitoring,
z. B. Atemgasanalysen von flüchtigen organischen Verbindungen

KI-gestützte Analysetools für automatisierte, skalierbare und objektive Datenauswertung

Therapeutische Perspektiven

Nanopartikelbasierte Wirkstofffreisetzung am Infektionsort

Phagentherapie gegen
multiresistente Pathogene

Companion Diagnostics für personalisierte Therapien

Die FiPU wird vom Bundesministerium für Forschung, Technik und Raumfahrt mit über 6 Millionen Euro gefördert. Mit dem Beginn der Umbauarbeiten am UKJ im Frühjahr 2026 bildet die FiPU den ersten Abschnitt der Zentralisierung der LPI-Infrastruktur. Bauherr der Umsetzungen ist das UKJ.